Symposium
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![]() Die Müschen-Familie und Rolf-Peter Bartz vom Museum (r.) begutachten das in Tellow neu gepflanzte Rosenapfel-Bäumchen. 5. v. r.: Horst Friedrich vom Pomologenverein. Foto: Leske |
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Ort Tellow war dafür gewählt worden, da sich Friedrich Hermann Müschen in
der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im von Tellow benachbarten Belitz
große Verdienste erworben hat. Unter anderem legte er hier 1802 die erste
Obstbaumschule Mecklenburgs an. 1808 verkaufte er den ersten selbst gezüchteten
Baum. Zu der Zeit stand Müschen im regen Erfahrungsaustausch mit anderen
deutschen Obstbauern. So prüfte er auch, welche Obstsorten besonders gut
in Mecklenburg-Vorpommern anbaubar sind. Auf sein Konto kommen über 300
Apfelsorten sowie Kirschen, Pflaumen, Birnen und Wein. Einer der Söhne Müschens,
Johann Bogislav, führte die Obstbaumschule nach seines Vaters Tod weiter
und wurde zum Mitbegründer des Deutschen Pomologenvereins. Nach seinem Vater
benannte er auch den ersten "Müschens Rosenapfel". Unter den Gästen in Tellow war auch Klaus Müschen aus Berlin, Urururenkel des Geburtstagskindes. Er erzählte, dass die Kontakte der in der ganzen Welt verstreuten Verwandtschaft eigentlich durch einen Zufall zustande gekommen seien, nachdem er über das Internet Ahnenforschung betrieben habe. Auf diesem Wege erfuhr er auch von einem 120-jährigen Baum, dem Müschen-Rosenapfel, der auf dem Gelände des Kaarzer Schlosses (bei Sternberg) steht. In Belitz entdeckte er dann einen zweiten Baum von dieser Sorte. Bei seinen Recherchen stieß Klaus Müschen auch auf eine Reihe seiner Verwandtschaft. Zum Beispiel auch auf seinen Cousin, den Steinmetz Wolfgang Freese aus Krakow am See. Klaus Müschen erzählte dann noch viel Interessantes über seinen berühmten Vorfahren. Zum Beispiel, dass sein Urururgroßvater in Boizenburg geboren und 1798 als Kantor und Organist nach Belitz berufen wurde, nachdem er zuvor in Ludwigslust ein Lehrerseminar besucht hatte. Hier in Belitz übernahm er von seinem Vorgänger den dortigen Obstgarten. Friedrich Hermann Müschen und Johann Heinrich von Thünen waren Zeitgenossen und auch befreundet. Beide liegen auf dem Belitzer Friedhof begraben. Die Thünengesellschaft hatte am Wochenende zum Gedenken an Friedrich Hermann Müschen eine zweitägige Veranstaltung mit Symposium, Festgottesdienst und Begehung des alten Obstgartens der Kirchgemeinde Belitz mit über 50 verschiedenen alten Obstsorten organisiert. Dabei wurden auch Baumpatenschaften angeregt. In Tellow wie auch in Belitz wurden im Beisein von Minister Till Backhaus je ein Müschen-Rosenapfelbäumchen gepflanzt. Die Reiser stammen vom Kaarzer Apfelbaum. Traudel Leske |
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Rosenapfel-Baum blüht in Belitz
© Nordkurier.de am 10.05.2004 |
![]() Einen Ehren-Platz am Eingang des Thünenparks hat der Rosenapfelbaum, den Rolf-Peter Bartz (Mitte) vom Thünen-Museum am Sonnabend pflanzte. Unterstützt wurde er von Minister Till Backhaus (links), Uwe Korn von den Baumschulen Güstrow, der den Baum sponserte, sowie von Fritz Tack, Vorsitzender der Thünengesellschaft, und Klaus Müschen (von links nach rechts). Gepflanzt wurden hier auch drei japanische Birnen. Fotos: Puchta |
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Belitz war Müschen einst als Organist und Kantor tätig und hatte hier auch
die erste Obstbaumschule in Mecklenburg gegründet. Besagter Rosenapfel ist
sein Werk. Zu neuen Ehren Nun kommt der Obstforscher zu neuen Ehren. Zu
verdanken hat er das Pastor Martin Dürr aus Belitz, der sich im Ruhestand
mit der Kirchenchronik beschäftigte, so dem Wirken Müschens auf die Spur
gekommen war und so zu sagen die Lawine ins Rollen gebracht hatte. Müschens
Nachfahren nahmen Kontakt zu ihm auf, die Thünengesellschaft interessiert
sich für Müschens Wirken und nun ist er in vieler Munde. Mit ihm der kleine Ort Belitz, der sich jetzt rühmen kann, letzte Ruhestätte gleich für zwei wichtige regionale Persönlichkeiten zu sein. "Dabei wusste ich am Anfang nicht einmal, was Pomologie ist", bekannte Pastor Dürr am Rande des Symposiums mit Fachleuten und Mitgliedern der Müschen-Familie. Inzwischen weiß er's natürlich, Pomologie ist die Lehre von den Obstsorten und-arten und ein Wort, dass sich zumindest die Belitzer merken sollten. Denn hier wird es bald einen Kantor-Müschen-Weg geben. Geplant war die Einweihung schon gestern während der Exkursion der Symposiumsteilnehmer nach Belitz. Aber wegen der bevorstehenden Fusion mit Neu Heinde habe man das verschieben müssen, erzählt Tilmann Bongardt, stellvertretender Belitzer Bürgermeister. Dafür wurde ein Schild an den alten Rosenapfelbaum im Pfarrgarten angebracht, nur zwei dieser Bäume gibt es in Mecklenburg. In neuem Glanz erstrahlt inzwischen auch Müschens vormals verwitterter Grabstein. "Den hat der Teterower Steinmetz Freese jetzt restauriert, der ist auch ein Nachfahre Müschens", weiß Tillmann Bongardt. Von unserem Redaktionsmitglied Monika Puchta |
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